Wechsel in Redaktion LW-Nachrichten

Margot Stark-Hennig und Dr. Jan Hennig verabschieden sich aus der Redaktion der Landwasser-Nachrichten.

Ein herzliches Dankeschön an das Ehepaar Margot Stark- Hennig und Dr. Jan Hennig, die seit fast 10 Jahren die Land- wasser Nachrichten gestaltet und herausgegeben haben. Seit 2013 den Landwasser-Teil in den „Stadtteilnachrichten“ , ab 2019 dann die „Landwasser Nachrichten“.

Von 2013 bis 2019 hat Margot Stark-Hennig die Redaktion für den Landwasser-Teil der damaligen „Stadtteilnachrichten“ (für die Stadtteile Landwasser und Mooswald) geleitet und die Strukturen erweitert und Kontakte intensiviert, so dass möglichst alle Institutionen und Vereine in Landwasser sichtbar und aktuell sein konnten.

Als 2019 die Bürgervereine Mooswald und Landwasser beschlossen, ihre jeweils eigene Stadtteilzeitung herauszugeben, war ein kompletter Neustart nötig. Seitdem hat das Ehepaar Margot Stark-Hennig und Dr. Jan Hennig die Redaktion dieser Landwasser-Nachrichten federführend geleitet und die technische und gestalterische Arbeit bis hin zu einer druckreifen Ausgabe übernommen.

Herausgekommen ist dabei ein sehr modernes und ansprechendes Heft für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Freiburg-Landwasser. Bis heute sind das insgesamt 21 Ausgaben der „Landwasser Nachrichten“ , die von Margot und Jan alle zwei Monate immer zuverlässig und termingerecht auf den Weg gebracht wurden – immer in enger Kooperation mit den Schulen, Vereinen, Kirchen und weiteren Institutionen in Landwasser.

Unzählige Redaktionssitzungen, redaktionelle Überarbeitung von Texten, die Kombination von Text, Bild und Werbeanzeigen – und das alles so zu gestalten, dass es zueinander passt. Ein Heft, das zum Blättern und Lesen anregt – das ist ihnen immer in hervorragender Weise gelungen.

Neben der intensiven Fleißarbeit wurden auch immer wieder neue Ideen kreiert, um das Heft attraktiv und aktuell zu gestalten. Ein offenes Auge und eine immer griffbereite Kamera bescherten den Leserinnen und Lesern immer wieder beeindruckende Fotos für die Titelseiten.

Dieses Engagement für die „Landwasser Nachrichten“ setzt Maßstäbe für das neue Redaktionsteam. Wir sind froh, dass Margot und Jan uns schon so viel von ihren Erfahrungen mitgegeben haben und uns auch weiterhin mit Rat und Tat unterstützen werden.

Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses immense freiwillige ehrenamtliche Engagement.

Folkmar Biniarz und Dr. Klaus Pietsch


Übernommen aus Landwasser-Nachrichten Okt./Nov. 2022

„Kolibris“ am Moosweiher


Mittlerweile hat es sich sicher herumgesprochen, dass die kleinen „Kolibris“, die sich diesen Sommer vermehrt an den Blüten laben, keine sind. Es gab schon aufgeregte Anrufe beim NABU (Naturschutzbund Deutschland), dass Leute einen echten Kolibri in ihren Geranien gesehen haben. Dabei handelt es sich jedoch um das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), das zu den Schwärmern gehört und ein Schmetterling ist.

Taubenschwänzchen waren früher noch recht selten bei uns und eigentlich im Mittelmeerraum heimisch. Aber mittlerweile gehören sie durch die heißen Sommer und zu milden Winter zur hiesigen sommerlichen Fauna schon richtig dazu. Namensgebend ist der wie Schwanzfedern einer Taube aussehende schwarzweiß gestreifte Hinterleib, der eigentlich aus verlängerten Schuppen besteht. Dieser ist beim gezielten Blütenanflug von Nutzen, damit können sie zielgenau alles ansteuern wie mit einem Ruder. Bis zu 80 Flügelschläge pro Sekunde schafft das etwa vier Zentimeter große Insekt und saust im Schwirrflug von Blüte zu Blüte. Doch durch dieses Flugverhalten verbraucht es sehr viel Energie und muss täglich mehr als das Eigengewicht „tanken“. Mit dem etwa drei Zentimeter langen Saugrüssel nehmen sie bevorzugt an langen Blütenkelchen ihre Mahlzeiten ein, die besonders viel Nektar enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Phlox, Verbenen oder Sommerflieder. Das sieht bei näherem Betrachten lustig aus, als würden sie aus einem Röhrchen schlürfen.

Erstaunlicherweise sind Taubenschwänzchen sehr lernfähig und merken sich die besten Nahrungsquellen oftmals anhand von Farben. Genetisch bedingt steuern sie zumeist blaue Farben an. Aber in einem Laborversuch wurden ihnen gelbe Blüten mit Nektar und blaue ohne Nektar angeboten. Und im zweiten Versuch steuerten sie sogleich die gelben Blüten an und ließen die blauen links liegen. In punkto Lernfähigkeit sind sie den anderen Schmetterlingen daher überlegen. Das liegt wohl auch darin begründet, dass sie in ihren etwa vier Lebensmonaten große Strecken zurücklegen – mehrere tausend Kilometer – und dabei mit vielen verschiedenen Klimazonen und Vegetationen zurechtkommen müssen. Beeindruckend ist auch ihr Erinnerungsvermögen: sie kehren tagtäglich an gute Nahrungsquellen zurück. Und auch ihren Schlafplätzen bleiben sie ihr Leben lang treu.

In meinem Garten lieben sie am meisten meinen weißen Phlox und den lilafarbenen Losbaum, die den ganzen Sommer hindurch blühen und ihnen dadurch reichlich Nahrung bieten. Diesen Sommer waren es auffallend viele Taubenschwänzchen, vielleicht durch die starke Hitze und Trockenheit. Für mich zum fotografieren ein Glück, denn so konnte ich mich mitten in meine Blumen stellen und brauchte einfach nur kurz warten. Es ist allerdings nicht so ganz einfach von ihnen ein brauchbares Foto hinzukriegen. Sie sind so flink, kaum anvisiert sind sie – schwupps – auch schon wieder weg.

Stefanie Pietsch

Quellen: Taubenschwänzchen: Der Kolibri, der ein Schmetterling ist – NABU, Taubenschwänzchen – Wikipedia

(Übernommen aus Landwasser-Nachrichten 497, Okt./Nov. 2022)


Ein Beitrag aus unserer Serie zum Moosweier, siehe www.buergerverein-landwasser.de/moosweiher-blog  .

 

50 Jahre Haus der Begegnung (HDB)

50 Jahre Haus der Begegnung (HdB) – eine Erfolgsgeschichte im Stadtteil

Herzlichen Glückwunsch zum 50-jährigen Bestehen des Hauses der Begegnung!

Vor 50 Jahren, am 25. März 1972, öffnete das HdB erstmals seine Türen für die Bewohnerinnen und Bewohner von Landwasser. Die Idee für ein Haus der Begegnung wurde schon fünf Jahre zuvor geboren. Bereits im Mai 1967 wurde im damaligen „Landwasserboten“ (Heft 45) über den Vorschlag des Bürgervereins berichtet, dass ein Gemeinschaftshaus für die Menschen im Stadtteil Landwasser geschaffen werden soll. Es gab zwar Räumlichkeiten im Keller eines Wohnhauses im Moosgrund für Kinder- und Jugendgruppen, die aber sehr schnell zu klein waren für einen wachsenden Stadtteil mit geplanten 10.000 Einwohnern. So kam es im April 1969 zur Entscheidung für den Bau einer gemeinsamen Begegnungsstätte im neuen Stadtteil. Ebenfalls in diesen Zeitraum fällt die Gründung des Vereins „Haus der Begegnung” in Landwasser.

Die formulierten Ziele waren sehr ambitioniert: „multifunktional und gesellig sollte das HdB sein, eine Kommunikation ohne Angst vor sozialer Kontrolle ermöglichen. Es sollte Bildungs- und Freizeitaktivitäten für alle Altersgruppen ermöglichen, ein Zentrum prophylaktischer, sozialpräventiver Jugendund Sozialarbeit werden, zur Gemeinschaftsbildung im jungen Stadtteil beitragen (…)“. Es wurde aber schnell deutlich, dass die Räumlichkeiten für die hehren Ziele nicht ausreichten und auch die verschiedenen Gruppen und Generationen nicht unter einen Hut zu bringen waren.

Früh wurde ein Erweiterungsbau geplant und 1980 zu dem Gebäude fertiggestellt, wie wir es heute kennen. In den 50 Jahren hat sich das HdB zu einer festen Institution in Landwasser und darüber hinaus entwickelt und ist ein aktives Zentrum unseres Stadtteils. Dass das HdB auch Generationen von Bewohnerinnen und Bewohnern Landwassers durch das Leben begleitet, zeigt sich auch in meiner Familie. Die Großeltern-Generation zog 1969 nach Landwasser und durfte denNeubau begleiten und die ersten Stunden im neuen HdB verbringen. Die zweite Generation verbrachte Kindheit und Jugend im HdB und engagiert sich auch heute noch im Verein und im Quartiersbüro. Auch die dritte und jüngste Generation meiner Familie fand den Weg ins HdB im Rahmen eines Praxis-Semesters im Schularbeitskreis, dem Kinder- und Jugendbereich und im Quartiersbüro. Ich zitiere gerne aus dem Praktikumsbericht meiner Tochter Helena: „Ich hatte Glück und durfte am 1. März 2021 mein Praktikum im Haus der Begegnung beginnen. Die fünf Monate vergingen wie im Flug und als die letzte Woche begann, hätte ich sehr gerne noch weitere fünf Monate drangehängt.“

Im Namen des Bürgervereins Landwasser gratulieren wir, der Vorstand, dem HdB und seinem Team zu 50 erfolgreichen Jahren und bedanken uns für die sehr vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit. Wir drücken auch fest die Daumen, dass der Umbau mit den geplanten Veränderungen im Hinblick auf Barrierefreiheit nun als Geburtstagsgeschenk wahr wird und damit der Besuch und die Nutzung des Hauses der Begegnung allen Menschen in Landwasser ermöglicht wird. Alle guten Wünsche für die nächsten 50 Jahre!

Dr. Klaus Pietsch (Bürgerverein)


Jubiläumsschrift „50 Jahre HdB“

Wir haben uns dem nicht ganz einfachen Unterfangen gestellt, zum 50. Geburtstag des HdB ein Buch herauszubringen. Angesichts der Vielzahl an Aktivitäten, Aktionen, Angeboten und Veranstaltungen, die im Laufe der fünf Jahrzehnte im Haus der Begegnung stattfanden, war die Auswahl alles andere als einfach.

Auf über 200 Seiten erzählen und berichten über 70 Autor:innen über große und kleine Ereignisse. Lassen Sie sich überraschen und begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise in ihre Kinder- und Jugendtage. Die limitierte Auflage ist ab 29. April gegen einen Unkostenbeitrag von 20 € käuflich bei uns zu erwerben.

Haus der Begegnung, Habichtweg 48, Telefon 0761 / 13 15 49, sekretariat@hdb-freiburg.de, www.hdb-freiburg.de

(Beitrag aus Landwasser Nachrichten 494, April/Mai 1922)


Das Haus der Begegnung feierte 50jähriges Jubiläum!

Es war ein wunderschöner Sonntag, der den vielen Besucherinnen und Besuchern, die am 24. Juli 2022 zum 50 Jahre HdB Jubiläumsfest gekommen waren, großen Spaß bereitete. Freiburger Straßenmusiker sorgten für Stimmung am voll besetzten Platz der Begegnung, der seinem Namen alle Ehre machte.

Für Kulinarisches sorgten die Frauen von Safran-Catering, die Ehrenamtlichen im Quartiersbüro mit Kaffee und Kuchen, die Backoffensive mit leckerer Pizza und viele Helferinnen und Helfer am Würstchengrill und bei den Waffeln. Bier vom Fass für die Großen und Slush-Eis für die Kinder löschten den Durst. Dazu gab es eine Vielzahl an Spielangeboten für alle Altersgruppen am Schulgelände. Ein einmaliges Geburtstagsfest!

Wir danken allen, die mit uns gemeinsam gefeiert haben und den 50 Helferinnen und Helfern für die großartige Unterstützung! Ohne euch wäre dieses Fest nicht möglich gewesen.

Harald Pessentheiner

Haus der Begegnung, Habichtweg 48. Alles Weitere auf www.hdb-freiburg.de

Impressionen: Festplatzidylle auf dem Platz der Begegnung, die Kinder hatten viel Spaß im Schaumbad und die Zaubershow begeisterte Jung und Alt.


Ein Beitrag aus Landwasser-Nachrichten 497, Okt./Nov. 2022

Im Vorstand

Bauernmarkt in Landwasser

 

Bauernmarkt/Wochenmarkt in Landwasser und noch eine endlose Geschichte

Im März bei unserem Frühlingsempfang haben wir als Bürgerverein vorgeschlagen, die jährliche Pacht, die der Bauernmarkt auf dem Platz der Begegnung an die Stadt Freiburg zu entrichten hat, zu erlassen. Begründung: wegen der Baustelle und der weggefallenen
Parkplätze sind massive Einbußen bei den Einnahmen zu verzeichnen. Es wäre schade, wenn nach so langer Zeit einem traditionellen Bauernmarkt, der seit den 70er Jahren für frische regionale Produkte sorgt, die Luft ausginge.

Es handelt sich um eine Pacht in Höhe von 5.000 Euro, die an das Garten- und Tiefbauamt gezahlt wird und für dieses Jahr schon entrichtet wurde. Wir haben Anfang April den zuständigen Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag angeschrieben. Nach mehreren Erinnerungen und einigen Wochen bekommen wir die Mitteilung, dass die Geschäftsgrundlage falsch sei und eigentlich das Amt für öffentliche Ordnung zuständig sei in der Verantwortung des Bürgermeisters Stefan Breiter.

Kleine Anmerkung: kommt Ihnen dieses „Schwarze Peter Spiel“ bekannt vor? Bürgermeister Stefan Breiter schreibt im Juni, also nach einem Vierteljahr, dass, um das Amtsdeutsch hier an dieser Stelle ein wenig zu zitieren, „im Rahmen der Prüfung eines Mieterlasses festgestellt wurde“ … statt eines „privatrechtlichen Mietvertrags“ liege eine „Flächenüberlassung mit Sondernutzungserlaubnis“ vor. Und zunächst müsse das Amt für öffentliche Ordnung die Maße der einzelnen Stände aufnehmen. Jetzt hat sich jedoch keine einzige Person aus dem Amt nach Landwasser bewegt sondern der Vorsitzende des Marktvereins sollte die Maße der Stände aufnehmen.

Herr Futterer ist Erzeuger. Er muss auf dem Acker arbeiten und kommt zweimal die Woche nach Landwasser mit seinem Stand. Er hat alle Hände voll zu tun. Wieso findet das Amt nicht den Weg nach Landwasser, nur ein paar Straßenbahnstationen mit der Linie 1?
Ich habe mir ein Metermaß geschnappt und habe die Stände abgemessen und diese dem Amt für öffentliche Ordnung mitgeteilt. Das war am 22. Juni 2022.

Reaktion? Fehlanzeige. Dankeschön? Wo denken Sie hin? Ist die Verwaltung etwa für die Bürgerschaft da oder umgekehrt?

Und mal sehen, wann denn die „Entscheidungsgrundlage“, wie Herr Bürgermeister Breiter schreibt, vorliegt. Denn entschieden ist ja da noch lange nicht.

Folkmar Biniarz


(Erschienen in Landwasser-Nachrichten Aug./Sept. 2022)

Gottesanbeterinnen am Moosweiher


Durch einen Zufall wurde ich dieses Frühjahr „Mutter“ von etwa 200 kleinen Gottesanbeterinnen-Nymphen. Bei einer Hausräumung fanden wir einen Sonnenschirm mit einer sogenannten „Oothek“ – einem Eipaket, in dem die Gottesanbeterin ihre etwa 200 – 300 Eier ablegt. Da der Schirm entsorgt worden wäre, nahm ich ihn mit nach Hause und stellte ihn genau so auf unsere Terrasse, wie er dort auch gestanden war.
Sonnig und geschützt.

Ich machte mich schlau und fand heraus, dass Gottesanbeterinnen ihre Ootheken im Spätsommer bis Herbst an Grashalmen, Steinen oder eben in unserem Fall Sonnenschirmen befestigen. Nach der Eiablage sterben sie. Die Tiere leben nur eine Saison. Der Kreislauf beginnt dann wieder im nächsten Frühjahr mit dem Schlüpfen der wenige Millimeter kleinen Nymphen. Die Oothek besteht aus einer Schaummasse, die schnell erhärtet und in der die Eier auch vor Frost geschützt sind. In der Regel ist im Mai dann Schlüpfzeit – so war es dann auch bei uns. Anfang Mai, als die Sonne das papierne Gebilde wärmte, schlüpften auf einmal die kleinen, durchscheinenden Nymphen heraus. Erst ein paar wenige und dann – immer zur Mittagszeit – unzählige kleine Gottesanbeterinnen, die eigentlich schon komplett fertig aussahen und ihre Fangarme sofort drohend hoben.

Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) sind wärmeliebend und vor allem am Kaiserstuhl schon lange heimisch. Durch die Klimaerwärmung breiten sie sich immer weiter aus und sind mittlerweile in fast allen Bundesländern zu entdecken. Das Insekt des Jahres 2017 steht auf der „Roten Liste“ und gilt als gefährdet. Sie sind „berühmt“ für ihr etwas eigenwilliges Verhalten bei der Paarung: oftmals verlieren ihre Ehemänner dabei den Kopf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Forscher in Australien fanden heraus, dass die besonders hungrigen Weibchen deutlich mehr Duftstoffe produzieren, dadurch die Männchen anlocken und ihre Eiproduktion auf nach der Mahlzeit verschieben, da ihnen dann wieder genügend Energie zur Verfügung steht.

Bei meinen frisch geschlüpften Jungtieren konnte ich beobachten, dass diejenigen, die nicht schnell genug das Weite gesucht hatten, auch ruckzuck einen Kopf kürzer waren. Sie sind also ziemlich gefräßig und verschmähen dabei auch ihre Geschwister nicht. Auffallend an Gottesanbeterinnen sind ihr sehr beweglicher, dreieckiger Kopf und natürlich ihre zu Fangarmen ausbildeten Vorderbeine. Dornen helfen beim Fangen und Fifxieren der Beute. Sie pirschen sich langsam an ihre Opfer heran, schaukeln dabei mit ihrem Körper und gaukeln damit ihren Opfern vor, sie seien Teil einer Pflanze. Und blitzschnell schnappen sie zu. Auf ihrer Speisekarte stehen (außer den Ehemännern) zumeist Insekten, aber auch kleinere Wirbeltiere, wie Frösche, Mäuse und Eidechsen. Sie wurden auch schon dabei beobachtet, wie sie kleinere Vögel schnappten.

Ihr wissenschaftlicher Namensteil „Mantis“ kommt aus dem Griechischen. Das bedeutet „Seherin“; und „religiosa“ wurde aufgrund ihrer wie zum Beten gefalteten Fangarme abgeleitet. Die Weibchen können bis zu 7 cm groß werden und sind deutlich größer und dicker als die Männchen. Wie manchmal im echten Leben, nicht wahr?

Nun, wenn Sie am Moosweiher irgendwo eine Gottesanbeterin entdecken, könnte es eine aus meiner Oothek sein und passen Sie schön auf, dass Sie nicht kopflos nach Hause zurückkehren…

Stefanie Pietsch

Quellen: Die Gottesanbeterin – NABU Baden-Württemberg / Europäische Gottesanbeterin –Wikipedia

(Übernommen aus  Landwasser Nachrichten Ausgabe 496, Aug./Sept. 2022)


Ein Beitrag aus unserer Serie zum Moosweier, siehe www.buergerverein-landwasser.de/moosweiher-blog  .

Bauliche Besonderheit in Landwasser

Ich möchte heute auf eine bauliche Besonderheit in Landwasser hinweisen. Es ist ein einmaliger Kunststoffbau. Da kommt man allgemein nicht so einfach vorbei. Er befindet sich am Ende der Böcklerstrasse.

Es handelt sich um das Rondo der Firma Jalousien-Gockl. Beim ersten Blick denken viele Menschen, hier ist wohl ein UFO gelandet.

Die Kunststoffarchitektur der 1960/1970er Jahre beinhaltet eine besondere Bausubstanz. Über die ganze Welt verteilen sich diese utopisch anmutenden Gebäude. Da gibt es das Iqaluit in Nunavut, Kanada. Da gibt es das Banga in San Juan, Mallorca, Spanien. Das Futuro steht in Berlin und exclusiv in Freiburg-Landwasser das Rondo, in Privatbesitz, erworben von unserem langjährigen Mitglied im Bürgerverein, Johann Gockl.

Es wurde von den Schweizern Casoni & Casoni entworfen. Herr Gockl hatte es bei einem Familienausflug auf der Mustermesse in Basel 1969 gesehen. Und er war sofort begeistert. Aber erst 1972 in Lüdenscheid wurde wieder eine Ausstellung zum Thema Kunststoffhaus organisiert, die ein Riesenreinfall wurde. Alle Häuser wurden „verramscht“. Er kaufte da das Rondo für ein paar Mark. Mit dem Lastschiff wurde es den Rhein hinauf geschippert.

Trotz vieler Zweifel: Herr Gockl hielt an seinem Ziel fest, diese UFO als Pendant zu seinem Firmenlogo bei sich zu haben und vielen Menschen einen besonderen Anknüpfungspunkt zu geben. Vielleicht gibt es sogar eine innere Verbindung zum Tanzclub Rot-Weiß, der über die Jahre viele Meistertänzer*innen hervorbrachte.

Und unabhängig von dieser Familiengeschichte hatte ich schon ein Foto gemacht und danach ein Bild in Aquarell vom Rondo in der Böcklerstrasse gemalt.

Folkmar Biniarz

Quelle: „Buch Zwei“, Leben in Kunststoffbauten von Elke Genzel und Pamela Voigt, erschienen im Verlag sphere publishers, Leipzig, 1. Auflage 2021


(Erschienen in Landwasser-Nachrichten Juni/Juli 2022)

Der jährliche Großputz in Landwasser

Freiburg putzt sich raus

auch dieses Mal hat Landwasser wieder beim Frühjahrsputz mitgemacht. Am Samstag, 12. März, hatte das Wetter erfreulicherweise mitgespielt und ca. 25 Bürgerinnen und Bürger – auch Familien – aus Landwasser haben sich an der Putzaktion beteiligt. In mehreren kleineren Teams wurden die Haltstellen Moosgrund, Diakoniekrankenhaus und Moosweiher, die Gehwege entlang der Straßenbahnlinie, das Kannenberg-Gelände und der Gelände rund um den Moosweiher vom Müll befreit.

Der Bürgerverein Landwasser organisierte erneut die Putzaktion vor Ort und war selbst zahlreich vertreten. Es wurde fleißig gesammelt, auch dieses Mal u. a. wieder mit kleinen Holzklammern, die für Kinder bestens geeignet sind.

Als Stärkung gab es zum Abschluss süße Teilchen und Apfelsaft vom Markt. Das Haus der Begegnung stellte Tische und Bänke vor seinem Haus bereit, so dass sich alle Helferinnen und Helfer in der Sonne stärken konnten.

Die gut gefüllten Mülltüten wurden unter dem Roten Otto gesammelt und dann dort von der Abfallwirtschaft Freiburg zur weiteren Entsorgung abgeholt. Die aufgesammelten Flaschen wurden direkt in die Glascontainer entsorgt. Besondere Fundstücke: zwei Kinderfahrräder.

Erneut spricht der Vorstand ein großes Dankeschön auch an die zahlreichen Landwasseraner:innen aus, die das ganze Jahr hindurch in Eigeninitiative Müll von Gehwegen und aus dem Wald einsammeln und entsorgen. Voraussichtlich wieder im Frühjahr 2023 wird der nächste Frühjahrsputz stattfinden. Den Termin erfahren Sie rechtzeitig in unseren Landwasser-Nachrichten und auf unserer Homepage.

Jana Witzel

Der Zaunkönig


Ich wunderte mich seit geraumer Zeit über schmetternde Gesänge aus diversen Büschen und aus dem Wald und fragte mich immer: welch Federtier hat ein solches Organ? Nie fand ich den Verursacher, bis sich eines Morgens ein klitzekleiner Zaunkönig auf unsere Teppichstange setzte und zum Gesang anstimmte.

Nun hatte ich „Caruso“ gefunden und staunte doch sehr, dass einer der kleinsten Vögel Europas derart laut singen kann. Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes), nur etwa

10 cm klein und unverwechselbar, hat seinen Namen nicht von ungefähr: keck stellt er sein Schwänzchen auf und wirkt dadurch recht selbstbewusst, gar „königlich“.

Schon bei Aristoteles und Plutarch wurde er Basileus (König) oder Basiliskos (Königlein) genannt und inspirierte vor über 2.500 Jahren zu der Fabel des Äsop im 6. Jh.v.Chr. In dieser beschlossen einst die Vögel, denjenigen von ihnen zum König zu machen, der am höchsten flöge. Das war der Adler, aber durch eine List konnte er diesen übertreffen, indem er sich auf dessen Schultern setzte. In der Höhe, als dieser müde wurde, flog er selbst weiter, um ihn an Höhe zu übertreffen.

Auch sein Gesang machte ihn schon früh zu einer kleinen Berühmtheit: bis zu 90 Dezibel laut kann der kleine „Caruso“ in verschiedensten Strophen und Trillertönen lieblich singen und die Weibchen betören. Nett beschrieben wurde dies um 1750 in Zedlers Universal-Lexikon: „Dieser kleine Vogel hat eine so starcke Stimme, dass, wenn er anfanget zu singen, man ihn vor einen weit grössern Vogel halten sollte, als er in der That ist. Er ist seines angenehmen Gesangs wohl werth, gefangen und ernährt zu werden.”

Auch William Shakespeare fühlte sich durch den kleinen Zaunkönig aufgrund dessen polygamer Neigungen inspiriert und verewigte ihn in seinem Drama „König Lear“.

Ein kleiner Frauenheld ist er schon, der Zaunkönig. Er bereitet mehrere halbkugelige Nester aus Moos und weichem Material vor und lockt ein Weibchen mit seinem Gesang an. Dieses darf sich dann das schönste Nest für die Aufzucht der Jungen aussuchen. Die anderen Nester werden als „Spielnester“ oder als Übernachtungsplätze genutzt.

Jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang legt das Weibchen je ein Ei, bis etwa fünf bis acht Eier im Nest liegen. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Kleinen und werden weitere etwa 14 Tage versorgt, bis sie flügge werden. Sie bleiben noch länger als Familienverbund beisammen und werden vor allem von dem mitunter sehr energisch auftretenden Männchen geschützt. Diese vertreiben durchaus auch mal Eichhörnchen oder Katzen. Kaum zu glauben, nicht wahr?

Abschließend gibt es noch zu berichten, dass Zaunkönige sich sehr über ein bisschen „Wildnis“ im Garten freuen – wie so viele Tierarten. Sie lassen sich dort nieder, wo die Hecke nicht immer akkurat geschnitten und das Laub in einem Winkel des Gartens auch mal liegengelassen wird. Auch im Winter kann man ihnen und anderen Vogelarten Futter bieten, indem man Samenstände einfach stehenlässt und nicht stutzt. Und vielleicht sitzt dann im nächsten Frühjahr so ein kleiner „Caruso“ bei Ihnen im Garten und trällert nach Leibeskräften nach dem einen Weibchen. Oder dem anderen.

Stefanie Pietsch

Quellen: Der Zaunkönig: Kleiner König der Vögel – NABU/ Zaunkönig – Wikipedia

(Übernommen aus  Landwasser Nachrichten Ausgabe 491, Okt./Nov. 2021)


Ein Beitrag aus unserer Serie zum Moosweier, siehe www.buergerverein-landwasser.de/moosweiher-blog  .

Ehrenmitglied Dieter Dormeier

Auf der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Landwasser Ende Juli 2021 hat sich der bisherige 1. Vorsitzende, Dieter Dormeier, aus dem Vorstand verabschiedet. Er ist jetzt 81 Jahre alt und deswegen nicht mehr zur Wahl angetreten.

Dieter Dormeier, seit 1982 Mitglied im Bürgerverein Landwasser, war schon seit vielen Jahren aktiv im Vorstand tätig. Nach etlichen Jahren als stellvertretender Vorsitzender übernahm er durch den plötzlichen Tod von Wolfgang Klinger im Jahr 2016 den Vorsitz zunächst kommisssarisch und bald auch als ordentlich gewählter 1. Vorsitzender.

Durch diese Umstände und auch in diesen besonderen Zeiten hat er den Bürgerverein Landwasser mit ruhiger aber bestimmter Hand geführt.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung hielt Gerlinde Schrempp, langjähriges Mitglied im Bürgerverein Landwasser, eine ausführliche Laudatio auf ihn. Sie würdigte seinen tatkräftigen und engagierten Einsatz für den Bürgerverein und den Stadtteil Landwasser. Und sie schilderte u.a eindrücklich – aus ihrem Erleben als Stadträtin – wie er es immer wieder durch seine Persönlichkeit und sein Auftreten schaffte, im Stadtrat auch gehört zu werden. Ebenso betonte sie seinen unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz bei IGEL e.V., Lärmschutz-Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung Landwassers und darüber hinaus auch anderer betroffener Stadtteile zu erwirken.

Mit großem und lange anhaltendem Applaus dankten die anwesenden Mitglieder Dieter Dormeier und verabschiedeten ihn so würdig. Wie wir von ihm persönlich wissen, möchte er sich weiterhin um die deutschfranzösische Stadtteil-Partnerschaft mit Besancon-St. Claude kümmern.

Der Bürgerverein Landwasser kann sich stolz auf drei Ehrenmitglieder berufen: Peter Lukas und Walter Haas als Gründungsmitglieder des Bürgervereins Landwasser 1967, sowie Dieter Dormeier.

(Ein Beitrag in Landwasser-Nachrichten Okt./Nov. 2021)