LW-Nachrichten April / Mai 2026
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Als Ergänzung das aktuelle Vorwort von Folkmar Biniarz (Vorsitzender):
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wenn Sie dieses Heft in Ihren Händen halten, dann haben wir schon mit den Feierlichkeiten zu 60 Jahre Landwasser schon begonnen. Wir haben den Frühlingsempfang in der Gewerbeakademie in der Wirthstraße gefeiert. Notgedrungen. Denn das katholische Gemeindehaus ist inzwischen abgerissen und die evangelische Kirche entwidmet. Aber in der Wirthstraße tut sich einiges. Die Freie Christliche Schule feierte die Einweihung ihres neuen Anbaus. Die Schüler*innen freuen sich, nicht mehr in Containern zu lernen.
Im Juli soll der Anbau des Diakoniekrankenhauses fertig sein. In der Mitte diesen Jahres sollen die ersten Familien bei der Freiburger Stadtbau einziehen. Im September mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden auch die Zimmer für die Auszubildenden im neuen Heim bezogen. Damit wir alle in Bewegung bleiben, wird Landwasser ein richtig bewegtes Sportquartier. Im März wurde offiziell die neue multifunktionale Sportfläche in der Wirthstraße eröffnet.
Jetzt habe ich den Eindruck erweckt, statt zurückblicken wir in die Zukunft. Was sagt uns ein Blick zurück?
Die Freiburger Zeitung berichtet am 26. September 1963: „2500 Wohnungen für 9000 Menschen: Das neue Freiburg schaut nach Westen“. Und: „Nach zweijähriger Vorbereitung geht das Wohnungsbauprojekt „Landwassermatten“ seiner Verwirklichung entgegen – eine vorbildliche Stadtanlage mit Fernheizwerk“.
Aber auch eine der ersten Schlagzeilen lautete: „Ratten in Landwasser“. Der Oberbürgermeister Eugen Keidel soll die Bürger*innen gefragt haben: „Wollt Ihr erst Wohnungen oder erst Straßen?“ Wegen der Wohnungsnot wollten sie zuerst Wohnungen.
Auf die Frage, wie es sich in Landwasser lebt, das war beim 25-jährigen Jubiläum, kam dann schon oft die Antwort: Landwasser habe viele schöne Seiten: ein grüner Stadtteil, viel Wald, die Straßenbahn, um schnell in die Stadt zu kommen, es ist ruhig zu wohnen und im Einkaufszentrum bekommt man alles, was man im alltäglichen Leben braucht …
Doch die Zeiten ändern sich. Wer Landwasser mit dem neuen Stadtteil Rieselfeld vergleicht, stellt fest, was inzwischen im Städtebau gelernt wurde. In Landwasser gibt es hohe Bordsteine, im Rieselfeld ist schon alles abgeflacht. Als Landwasser gebaut wurde, war der Rollator noch nicht erfunden. Heutzutage ist die Nutzung des Rollators nicht mehr im Stadtbild wegzudenken.
Im Rieselfeld wurde gleich zu Beginn die Straßenbahn gebaut, die Endhaltestelle lag lange Zeit im Grünen. In Landwasser gab es zunächst nur eine Busverbindung. Erst nach 20 Jahren wurde die Straßenbahn Linie 1 bis zum Moosweiher verlängert. Im Rieselfeld gibt es eine Mediathek. Und das wünschen wir uns auch für Landwasser.
Denn wie lautet der Schlusssatz in der Freiburger Zeitung von 1963?
„Nach den vorliegenden Entwürfen ist damit zu rechnen, dass hier am Stadtrand bis in einigen Jahren einer der schönsten Freiburger Stadtteile entsteht, in dem zu wohnen ein Genuss sein wird.“
Ihr Folkmar Biniarz
